Abbruch und Neubau der Brücke über den Ratzengraben in der Rollistraße Biberach
Der Abbruch und Neubau einer innerstädtischen Straßenbrücke stellte ein anspruchsvolles Ingenieurbauprojekt unter laufenden infrastrukturellen und hydrologischen Randbedingungen dar. Die bestehende Brücke aus den 1950er-Jahren musste aufgrund massiver Schäden vollständig zurückgebaut und durch ein neues, leistungsfähiges Bauwerk ersetzt werden.
Die neue Brücke wurde als integrale Stahlbetonrahmenkonstruktion mit Bohrpfahlgründung ausgeführt. Insgesamt entstand ein Bauwerk mit einer Spannweite von rund 9,50 m, einer Länge von ca. 10,45 m sowie einer Breite von 16,75 m.
Besondere Herausforderungen ergaben sich durch schwierige Baugrundverhältnisse, sowie in der erforderlichen Anpassung der Gründung. Aufgrund der eingeschränkten Tragfähigkeit mussten zusätzliche Bohrpfähle hergestellt werden, um die Standsicherheit dauerhaft zu gewährleisten.
Zur Optimierung der Bauzeit kam ein Fertigteilkonzept mit tonnenschweren Betonelementen zum Einsatz. Die einzelnen Fertigteile wogen bis zu 13 Tonnen und ermöglichten einen effizienten Bauablauf unter beengten innerstädtischen Verhältnissen.
Parallel zum Brückenbau waren umfangreiche Tiefbaumaßnahmen erforderlich, insbesondere die Umverlegung und Neuordnung vorhandener Ver- und Entsorgungsleitungen. Diese befanden sich teilweise im Bereich des Bestandsbauwerks und mussten im Zuge des Neubaus vollständig neu geführt werden.
Durch die erhöhte Lage und konstruktive Optimierung des Bauwerks wurde zudem die Hochwassersicherheit verbessert. Parallel erfolgte eine funktionale Erweiterung der Verkehrsflächen für alle Verkehrsteilnehmer. Die Brücke erhielt eine deutlich größere Breite mit getrennten Verkehrsflächen für Fahrbahn, Radwege und Gehwege sowie angepassten Verkehrsführungen im Anschlussbereich.
Das Projekt zeigt die erfolgreiche Umsetzung eines komplexen Ingenieurbauwerks unter anspruchsvollen innerstädtischen und technischen Rahmenbedingungen.