Ausbildung

SCHMID Auszubildender Mitglied des Jugendbeirats des ZDH

Wer kennt sie nicht, die bundesweite Imagekampagne DAS HANDWERK? Ob auf Social Media, im Web, auf Plakatwänden oder in der eigenen Gaming-Welt auf Fortnite: Die frech-selbstbewussten weißen Headlines auf roten Balken, kombiniert mit viel Cyan und dynamischen Bildwelten, verfolgen das Ziel, das Handwerk als moderne Wirtschaftsmacht von nebenan zu positionieren, Stereotype aufzubrechen und vor allem junge Menschen für eine Ausbildung zu gewinnen.

Um die Kampagnenbotschaften möglichst zielgerichtet zu entwickeln, bezieht der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) seine Zielgruppe aktiv in die Kampagnenentwicklung ein.

Und zwar durch den sogenannten JUGENDBEIRAT. Dieses Format wird jährlich neu zusammengestellt und besteht jeweils aus rund dreißig Auszubildenden, die von Handwerkskammern aus dem gesamten Bundesgebiet ausgewählt und nach Berlin eingeladen werden.

    Werbeplakat der Kampagne „DAS HANDWERK“ in einer U-Bahn-Station. Auf dem Plakat ist eine Person mit einem Werkzeug zu sehen. Der Slogan lautet: „Komm doch, Zukunft!“ und wirbt für Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten im Handwerk.
    Motiv der Kampagne „DAS HANDWERK“ in einem Rohbau. Eine Person steht an einer Werkbank, daneben ist der Kampagnenslogan „Wir schaffen Weltaufgangsstimmung“ zu sehen. Das Motiv wirbt für die Zukunftsfähigkeit und Bedeutung des Handwerks.
    Kampagnenmotiv von „DAS HANDWERK“ mit einer Person in Arbeitskleidung in einer Werkstatt oder Produktionsumgebung. Daneben steht der Slogan „Wir wissen nicht, was kommt. Aber wie es geht.“ Das Motiv wirbt für Kompetenz, Innovationskraft und Zukunftsgestaltung im Handwerk.
    Kampagnenmotiv von „DAS HANDWERK“ mit vier Personen aus unterschiedlichen Gewerken. Zu sehen sind Tätigkeiten aus Handwerk, Technik und Lebensmittelhandwerk. Im Mittelpunkt steht der Slogan „Wir können alles, was kommt“, der die Vielseitigkeit und Zukunftsfähigkeit des Handwerks betont.

In diesem Jahr war am 9. Oktober im Haus des Deutschen Handwerks in Berlin mit dabei: Johannes B., SCHMID Auszubildender zum Metallbauer im zweiten Ausbildungsjahr. Letzte Woche hatten wir Gelegenheit mit Johannes zu sprechen und mehr über seine „Mission Jugendbeirat“ und seinen Aufenthalt in Berlin zu erfahren.

SCHMID Redaktion:
Johannes, zunächst: Nachträglich herzlichen Glückwunsch zur Einladung in die Hauptstadt! Wir haben uns sehr über deine Berufung gefreut! Wie kam es denn zu der Einladung?

Johannes:
Anfang des Jahres durfte ich in der Handwerkskammer Ulm (Link setzen: https://www.hwk-ulm.de)  eine Weiterbildung zum SCHMID Ausbildungsbotschafter absolvieren. Das hat mir großen Spaß gemacht, und offenbar bin ich den Ausbilderinnen in Erinnerung geblieben. Sie haben mich für Berlin vorgeschlagen.

SCHMID Redaktion:
Wie war Berlin?

Johannes:
Wo soll ich anfangen? Es war toll, sehr beeindruckend, aber auch anstrengend. Am Anreisetag musste ich sehr früh raus, um pünktlich um 12:30 Uhr im Haus des Deutschen Handwerks in Berlin zu sein. Dort angekommen wurden wir begrüßt und einander vorgestellt. Nach einem Imbiss startete direkt das Programm.

Im ersten Teil wurden unterschiedliche Konzepte für TikTok und Co. vorgestellt, die wir bewerten und diskutieren sollten. Wir konnten sagen, welche Character uns ansprechen und welche nicht. Welche Ideen wir seltsam finden oder welche lustig. Wir konnten auch Verbesserungsvorschläge zu Videos einbringen.

Gruppenfoto der Mitglieder des Jugendbeirats des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) 2026 vor einer großen pinkfarbenen Veranstaltungswand mit der Aufschrift „Das Handwerk Jugendbeirat 2026“. Die Aufnahme entstand beim Treffen des Jugendbeirats in Berlin.

SCHMID Redaktion:
Haben dich denn die Ideen, Videos, Reels etc. angesprochen?

Johannes:
Ja, auf jeden Fall. Die eigens entwickelte Fortnite-Map „ONLY UP“ hat mich echt überrascht. Mir war nicht klar, welcher riesige Aufwand in der Imagearbeit für das Handwerk betrieben wird. Die Kampagne und das Material haben mich auf jeden Fall angesprochen. Es sind eben nicht alle Jugendlichen gleich, und deshalb hat auch nicht jedem alles gefallen.

SCHMID Redaktion:
Was stand noch auf dem Programm?

Johannes:
Es gab noch einen Workshopteil mit dem Thema „Anerkennung im Handwerk“. Hier sollten wir aus unseren persönlichen Erfahrungen in Bezug auf Wertschätzung, Respekt und ähnliche Aspekte des Ausbildungsalltags berichten und uns offen dazu austauschen.

SCHMID Redaktion:
Hört sich interessant an. Werden Auszubildende denn ausreichend wertgeschätzt und werden sie respektvoll behandelt?

Johannes:
Wenn ich von mir ausgehe: absolut. Ich persönlich konnte nur von guten Erfahrungen berichten. Ob es um die Ausbildungsbetreuung, die Kolleginnen und Kollegen, die Aufgaben oder die Arbeiten geht – ich fühle mich echt wertgeschätzt und gut behandelt.
Auch die anderen Jugendlichen berichteten überwiegend über viele positive Erfahrungen. Selbstverständlich gab es auch Kritik. Das bleibt nicht aus. Einer meinte zum Beispiel, er würde gerne mehr Verantwortung übernehmen – ihm würde in seiner Ausbildung zu wenig zugetraut. Ein anderer erzählte, dass er bei einem Großauftrag tagelang das Gleiche gemacht habe. Das fand er respektlos.
Wie gesagt: Überwiegend waren die Berichte positiv. Ein Punkt wurde am Ende jedoch klar herausgearbeitet: Wer wertschätzend und respektvoll behandelt wird, gibt gerne Vollgas.

Teilnehmende des Jugendbeirats sitzen in einem Veranstaltungsraum und verfolgen Präsentationen auf einer großen Leinwand. Links ist die Begrüßung in Berlin zu sehen, rechts der Workshopstart mit einer Präsentation zur Kampagne „DAS HANDWERK“ und zur Nachwuchsgewinnung im Handwerk.

SCHMID Redaktion:
Konntest du auch erfahren, wie sich deine anderen Beiratsmitglieder ihre Zukunft vorstellen?

Johannes:
Ja, das war auch interessant. Viele wissen schon jetzt, dass sie nach der Ausbildung weiter dazulernen möchten. Also zum Beispiel den Meister oder den Techniker machen oder studieren. Auch die Selbstständigkeit oder die Übernahme eines Betriebes können sich jetzt schon ein paar Leute vorstellen.

SCHMID Redaktion:
Hattet ihr Gelegenheit euch auch außerhalb der Workshops zu unterhalten oder euch näher kennenzulernen?

Johannes:
Ja, auf jeden Fall. Um 18 Uhr war der offizielle Teil zu Ende und Herr Dr. Voß* begleitete uns zum gemeinsamen Abendessen. Das hat so viel Spaß gemacht und wir plauderten ohne Pause. Am Tisch saßen angehende Bäcker, Schornsteinfeger, Kfz-Mechatroniker … der Haufen war so bunt, wie der Abend lang.

SCHMID Redaktion:
Was hast du von deinem Berlinaufenthalt mitgenommen? Anders gefragt, hat dir die Reise etwas gebracht?

Johannes:
Berlin hat mir sehr viel gebracht. Die Rückreise bin ich zwar saumüde aber voller guter Gefühle und tausend neuen Gedanken angetreten. Die Arbeit im Jugendbeirat, die Begegnung mit den supernetten Auszubildenden aus allen Ecken aus Deutschlands und die vielen Gemeinsamkeiten waren nicht nur inspirierend und motivierend, sondern haben auch verbunden.

Ich konnte so viele neue Eindrücke, Meinungen und Einblicke sammeln – da hab ich noch richtig lange was davon. Unter anderem auch eine neue WhatsApp-Gruppe, in der gerade diskutiert wird, wann wir uns alle wieder treffen.

SCHMID Redaktion:
Johannes – wow, ich danke dir für deine Zeit, deine erfrischenden Antworten und wünsche dir für deinen weiteren Ausbildungsweg alles Gute!

Collage aus zwei Fotos: Links sitzen Teilnehmende des Jugendbeirats gemeinsam bei einem Abendessen in einem Restaurant. Rechts ist ein illuminiertes Berliner Wahrzeichen bei einer Lichtinstallation am Abend zu sehen. Die Aufnahmen zeigen das Rahmenprogramm des Treffens in Berlin.

*Herr Dr. Hendrik Voß, Referatsleiter ZDH
Zuständigkeiten: Internationale Berufsbildungskooperationen, Bildungsökonomie, fachliche Ordnungsfragen, Berufswettbewerbe, Begabtenförderung berufliche Bildung

Für mehr Informationen:
Aktueller Imagefilm: Imagefilm - das Handwerk

@dashandwerk

handwerk.de

https://www.zdh.de/

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